Wir haben eine italienische Nonna gebaut, die Essensfotos zerreißt
Es gibt Projekte, die man baut, weil ein Kunde dafür bezahlt. Und es gibt Projekte, die man baut, weil jemand im Team sagt: "Stell dir mal vor, eine italienische Nonna sieht dein Abendessen." Das hier ist die zweite Sorte.
Auf al-dente.ai lädst du ein Foto von deinem Essen hoch. Wenige Sekunden später steht dein Gericht auf der Titelseite der "Gazzetta della Nonna", dem Quotidiano dei crimini culinari. Mit Schlagzeile, Urteil, einem Score-Stempel von 1 bis 10 und einer handschriftlichen Notiz. Fertige Ananas-Pizza bekommt Hochverrat. Zu Recht.
Warum baut man so etwas?
Die ehrliche Antwort: weil es Spaß macht. Die etwas längere Antwort ist interessanter - denn solche Projekte sind für uns kein Zeitvertreib, sondern das beste Trainingsgelände, das wir kennen.
1. Man lernt schneller, wenn niemand zuschaut
In einem Kundenprojekt probiert man ungern Dinge aus, die schiefgehen können. In einem Spaß-Projekt ist genau das der Zweck. Wie fühlt sich ein Bild-Upload wirklich an, wenn die KI zwölf Sekunden denkt? Wie bringt man ein Modell dazu, witzig zu sein, ohne verletzend zu werden? Wie rendert man ein teilbares Bild komplett im Browser? Diese Antworten haben wir hier gefunden - und nehmen sie in jedes bezahlte Projekt mit.
2. Zwang zur Einfachheit
Ein Nebenprojekt darf nichts kosten. Also gab es Regeln: keine Datenbank, keine Accounts, keine Cookies, kein Tracking, keine laufenden Fixkosten. Das Ergebnis ist eine einzige Seite plus ein paar Serverless-Funktionen. Das Foto wird im Browser verkleinert, an die KI geschickt, beurteilt - und ist danach weg.
Der schönste Trick steckt im Teilen: Das Urteil selbst reist komprimiert im Link mit. Wer den Link öffnet, sieht Nonnas Urteil, ohne dass irgendwo ein Datensatz liegt. Solche Beschränkungen machen Software besser, nicht schlechter.
Kein Budget zwingt zu Klarheit. Was man nicht speichert, kann man auch nicht verlieren.
3. Humor ist ein hartes technisches Problem
Eine KI nett klingen zu lassen, ist leicht. Sie richtig frech werden zu lassen, ohne dass es kippt, ist erstaunlich schwer. Die Nonna soll gnadenlos sein und trotzdem liebevoll - wie eine echte Oma, die schimpft und einem gleichzeitig nachlegt. Dafür brauchte es viele Durchläufe am Prompt, ein festes Antwortschema und klare Grenzen: Fotos mit Personen werden nicht ins Archiv gelassen, Beleidigungen gegen Menschen gibt es nicht. Es geht immer nur ums Essen.
Was drinsteckt
- Zeitungs-Titelseite im Bodoni-Layout mit Score-Stempel und handschriftlicher Notiz
- Teilen-Bild im Hochformat, komplett im Browser gerendert - kein Server nötig
- Dreisprachig: Deutsch, Englisch, Italienisch
- Freiwilliges Archiv mit Lösch-Link und Signaturprüfung, wenn jemand sein Urteil veröffentlichen will
- Laufende Kosten praktisch null, rund ein bis zwei Cent pro Urteil
Der eigentliche Punkt
Wir sind Unternehmer, die coden. Das heißt auch: Wir bauen Dinge, weil wir sie sehen wollen. Jedes unserer Produkte - vom KI-Bürgerassistenten bis zur Vermietsoftware - ist am Anfang genau so entstanden: als Idee, die sich niemand bestellt hat.
Wer nur baut, was auf einem Ticket steht, verlernt das Erfinden. Deshalb nehmen wir uns diese Ausflüge bewusst. Der Nebeneffekt: Wenn ihr mit einer ungewöhnlichen Idee zu uns kommt, ist die erste Frage nie "Geht das?", sondern "Wie machen wir es gut?"
Probier es aus und lass dein Abendessen verurteilen: al-dente.ai. Und wenn du eine Idee hast, die eigentlich zu verrückt klingt - erzähl sie uns: hallo@caz.de.
Bastian Portes
Gründer & CEO, CAZ Labs
Unternehmer, der codet - und Krimis schreibt.