CAZ Setmappe - Dokumente aufs Tablet
Eine Figur schlägt auf dem Tablet eine Seite auf und streicht eine Zeile rot an - live im Take, nicht nachträglich eingesetzt. Die App bringt keine Inhalte mit: Die Produktion holt ihre Unterlagen per USB-Stick direkt am Tablet hinein, hakt an und beschriftet. Im Bild bleibt nichts stehen außer dem Dokument. Hier im Browser ausprobieren.

Auf einen Blick
- Rote Markierung entsteht live im Take, mit Finger oder Stift
- Stift an: zeichnen. Stift aus: durch die Dokumente wischen
- Unterlagen kommen per USB-Stick direkt am Tablet hinein - ohne Rechner
- PDF mit mehreren Seiten: blättern am Rand, Striche je Seite gemerkt
- Zwei Blätter nebeneinander, der Kringel läuft über beide
- Fordert keine einzige Berechtigung an und braucht kein Netz
Ausgangslage
Nicht jeder Einspieler ist ein Monitor mit blinkender Software. Manchmal ist es ein Tablet in der Hand einer Figur, auf dem ein Dokument liegt - eine Liste, ein Auszug, ein Plan. Der Punkt der Szene ist dann nicht das Gerät, sondern die Geste: Jemand zeigt auf eine Zeile und streicht sie an, während die Kamera läuft. Angefangen hat es als eine App für eine einzige Szene. Inzwischen ist es ein Werkzeug, das jede Produktion mit ihren eigenen Unterlagen füllt.
Herausforderung
Die Markierung nachträglich einzusetzen, wäre teuer und würde jede Improvisation am Set verbieten - der Strich müsste in jedem Take an derselben Stelle entstehen. Umgekehrt darf im Bild nichts stehen, was auf dem Gerät einer Figur nichts zu suchen hätte: keine Werkzeugleiste, kein Zurück-Pfeil, kein Speichern-Knopf, kein Logo. Zwischen zwei Takes muss die Fläche trotzdem in einer Sekunde wieder leer sein, ohne dass jemand ein Menü sucht. Und die Unterlagen kommen am Drehtag - oft auf einem USB-Stick, mit Namen wie IMG_20260830_113455.png.
Unsere Lösung
Eine Android-App mit genau zwei Bildschirmen. Vorn eine schlichte Liste der Dokumente - kein Logo, keine Bedienhinweise, nichts, was in einer Aufnahme stören würde. Dahinter das Dokument, formatgetreu eingepasst, daneben Schwarz. Bedient wird durch Tippen und Wischen: zweimal tippen löscht für den nächsten Take, dreimal tippen führt zurück, ganz außen tippen blättert eine Seite weiter. Das einzige sichtbare Bedienelement ist ein kleines Stiftsymbol: Stift an heißt zeichnen, Stift aus heißt durch die Dokumente wischen. Die Striche hängen am Dokument statt am Bildschirm, werden je Seite getrennt gemerkt und überstehen jedes Drehen des Tablets.
Besonderheit
Der Teil, der am Set wirklich zählt, ist die Einrichtung davor. Die App holt sich die Unterlagen über die Android-Dateiauswahl direkt vom USB-Stick und kopiert sie zu sich - ohne Rechner, ohne Ordnerpfad, ohne eine einzige Berechtigung. Danach wird angehakt, beschriftet und sortiert: Aus IMG_20260830_113455.png wird "Schreiben vom Mai". Sind zwei Bilder angehakt, stehen sie nebeneinander, und der Kringel darf über beide laufen. Erreichbar ist dieser Bildschirm nur über einen versteckten Griff - langer Druck auf die Überschrift, zwei Finger halten oder dreimal in die Ecke tippen. Im Bild ist davon nichts zu sehen, und mit einem Finger löst es niemand versehentlich aus.
Das Ergebnis
Eingesetzte Technik
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